Amberger Zeitung  -  05.02.2009

Klangerlebnis der Extraklasse
„Carmina Burana“ unter dem Sternenhimmel: 
Musikalischer Beitrag zur 975-Jahr-Feier der Stadt

Zu den Millenniumsfeierlichkeiten waren die „Carmina Burana“ schon einmal aufgeführt worden, damals allerdings auf dem Marktplatz. Für die 975-Jahr-Feier wird die szenische Kantate von Carl Orff erneut zu hören sein – dieses Mal dient der Malteser-Innenhof als Kulisse. Bild: Unger

Amberg. (san) Im Mai und Juni das Stadtschauspiel, im Juli dann das nächste Kulturereignis der Extraklasse: die Aufführung von Carl Orffs „Carmina Burana“ im Innenhof des Malteser- Komplexes. „Das wird bestimmt ein tolles Erlebnis“, zeigte sich gestern Bürgermeister Rudolf Maier überzeugt, als er mit Kulturreferent Norbert Fischer und Thomas Appel, der die Gesamtleitung inne hat, diesen musikalischen Beitrag zur 975-Jahr-Feier der Stadt vorstellte. 

Laut Fischer war anfangs angedacht, die „Carmina Burana“ in das Welttheater auf dem Mariahilfberg zu integrieren. Doch sowohl das Stadtschauspiel als auch die Aufführung des Orff-Stücks seien zwei Highlights, die man entzerren müsse. Deshalb geht nun das Welttheater im Mai und Juni auf dem Berg über die Bühne, die „Carmina Burana“ werden am 18. und 19. Juli im Innenhof des Malteser-Komplexes aufgeführt. „Das wird eine tolle Geschichte“, schwärmte Fischer gestern. Mitwirken werden weit über 200 Sänger der Amberger Klangkörper und ein 60-köpfiges Orchester. 

Akustik ideal, Sicht optimal 

Fischer zählte die Vorzüge des Malteser- Innenhofs auf: ein kultureller Rahmen, der beispielhaft für die Oberpfalz sei, eine ideale Akustik und von allen Plätzen optimale Sicht. Wie Thomas Appel ausführte, sei vor über einem Jahr die Idee gekommen, für das Stadtjubiläum auch die Musik als Schwerpunkt zu nehmen. Die Wahl sei schnell auf Carl Orffs „Carmina Burana“ gefallen. „Das ist ein Werk, das sich open air hervorragend aufführen lässt und möglichst viele Chöre einbindet“, erläuterte er. 

Da sehr viele Menschen interessiert gewesen seien, daran mitzuwirken, habe man ein Casting gemacht. „Die Resonanz darauf war riesig“, freute er sich. Über 60 Interessierte hätten sich gemeldet. Die Mitwirkenden haben bereits mit den Vorbereitungen begonnen. „Wöchentlich kommen fast 160 Sänger zur Probe“, so der Chorleiter. „Die Leute sind begeistert bei der Sache“, zeigte er sich beeindruckt. „Es ist aber auch ein großes Stück Arbeit, so viele Leute zusammenzufügen.“ 

Wie Fischer anmerkte, sind die „Carmina Burana“ auch die Premiere für den sanierten und im vergangenen Jahr eingeweihten Malteser-Innenhof als Veranstaltungsort. Bürgermeister Rudolf Maier ergänzte, dass dies eine Art Initialzündung für andere Veranstaltungen werden könnte. „Wir können uns glücklich schätzen, solche Orte zu haben“, sagte er über den Malteser-Innenhof. 

„Feuerwerk der Musik“ 

„Das wird ein brillantes Feuerwerk der Musik, das wir abbrennen“, sagte Fischer und zeigte sich optimistisch, dass das Wetter für die Open-Air-Veranstaltung toll werden würde, auch wenn man am unsinnigen Donnerstag temperaturmäßig Lichtjahre von der lauen Sommernacht unter Sternenhimmel entfernt war.

Freuen sich jetzt schon auf einen musikalischen Hochgenuss im Hochsommer: Bürgermeister Rudolf Maier, Chorleiter Thomas Appel und Kulturreferent Norbert Fischer (von links) stellten gestern die „Carmina Burana“ als Konzerterlebnis der Extraklasse vor. Bild: Hartl

 

DAS PROGRAMM

Die Amberger Klangkörper – Chorgemeinschaft, Oratorienchor, Sinfonieorchester – und der Unterstufenchor des Max-Reger- Gymnasiums bestreiten die „Carmina Burana“ von Carl Orff. Nach Thomas Appels Vorstellung soll die Aufführung nicht nur ein Konzert sein, sondern auch Begegnung ermöglichen. „Deshalb haben wir das Programm um zwei sehr reizvolle Punkte erweitert“, sagte der Gesamtleiter. 

Zum einen wird die Ouvertüre zum Musical „Candide“ von Leonard Bernstein (Appel: „Ich finde, das passt für den späteren Orff“), zum anderen Georg Gershwins „Rhapsody in Blue“ zu hören sein. Dabei wird die seit 1995 in Amberg lebende Pianistin Jelena Lichtmann als Solistin auftreten. Höhepunkt sind die „Carmina Burana“, die Carl Orff Anfang der 30er Jahre verfasst hat. (san)

 

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Letztes Update: 2009-02-20