Amberger Zeitung 30.1.2007
Messe in c-moll erstmals vollständig
Oratorienchor führt am 4. März im ACC Mozarts zunächst unvollendetes Werk auf
Amberg.
(hfz) Im Jahre 1783 versprach Wolfgang Amadeus Mozart, eine große Messe zu
komponieren. Innerhalb von fünf Monaten schrieb er große Teile nieder, einige
Abschnitte blieben unvollständig oder fehlten ganz. Außerdem blieben viele
Orchesterstimmen unvollständig. Die Carnegie Hall Corporation in New York
erteilte dem bekannten Mozart-Forscher Robert D. Levin, der auch schon 1991 die
Ergänzungen zu Mozarts Requiem veröffentlichte, den Auftrag, die c-Moll-Messe
fertig zu stellen.
Der Amberger Oratorienchor präsentiert als musikalisches Highlight die Erstaufführung
der großen c-moll-Messe in der ergänzten Fassung am Sonntag, 4. März, um 17
Uhr im ACC. Karten für dieses herausragende Werk von überregionaler Bedeutung
gibt es im Vorverkauf bei der Buchhandlung Rupprecht und ab 2. Februar bei der
Tourist Information am Hallplatz sowie an der Abendkasse. Erstmals sind auch
Familienkarten erhältlich.
Anhand von Fragmenten und Skizzen aus Bibliotheken, Museen und Stiftungen ergänzte
Levin die fehlenden Teile der Messe. Wo keine Vorlagen mehr zu finden waren,
entnahm er Themen aus bereits vorhandenen Teilen der Messe oder anderen in
dieser Zeit entstandenen Kompositionen Mozarts. Außerdem überarbeitete er die
vorhandenen Teile und stellte teilweise die Orchesterstimmen in ihren
wahrscheinlichen Ursprung zurück. Die Vokalbesetzung verlangt vier Solisten und
einen Chor, der zwischen Vier- und Fünfstimmigkeit sowie achtstimmiger Doppelchörigkeit
variiert und damit eine große Herausforderungen darstellt.
Der Amberger Oratorienchor bringt nun zusammen mit dem Amberger
Sinfonieorchester unter der künstlerischen Leitung von Thomas Appel dieses
Meisterwerk erstmals in Amberg zur Aufführung. Für die Solopartien konnten
wieder herausragende Künstler verpflichtet werden. Elaine Ortiz Arandes kam
1988 an das Staatstheater am Gärtnerplatz München, wo sie seither in vielen
wichtigen Werken und Rollen auftritt. Gastspiele führten sie nach Österreich,
Frankreich, Niederlanden, die USA und Japan. Barbara Hölzl studierte zunächst
am Richard-Strauss-Konservatorium in München, später an der Hochschule für
Musik und darstellende Kunst in Wien, wo sie auch an zahlreichen Opernprojekten
mitwirkte. Nach Auszeichnungen bei zahlreichen renommierten Wettbewerben hat sie
sich vornehmlich im Konzertbereich als ausdrucksstarke und stilsichere
Interpretin profiliert.
Hugo Mallet geboren in London, studierte Gesang in Manchester. Nach seinem
Studium war er festes Ensemblemitglied u.a. in Köln, Detmold und Freiberg. Sein
Repertoire umfasst dabei die Evangelistenpartien Bachs bis Mahlers "Lied
von der Erde". Thomas Dobmeier studierte an den Musikhochschulen Bonn, Graz
und München. Seine Sängerlaufbahn begann er an den Theatern Passau und Coburg.
Er gastierte unter anderem in Salzburg. Zahlreiche Konzerte führten ihn auch in
die Schweiz, nach Österreich, Frankreich, Italien, Polen, Norwegen und Israel.
Er ist mehrfacher Preisträger internationaler Gesangswettbewerbe.
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Letztes Update: 2007-01-30