Amberger Zeitung 22.4.2003
Leiden und trostvolle Hoffnung auf ein besseres Leben
Ambitionierte Aufführung von Johannes Brahms' "Deutsches Requiem" durch Oratorienchor und Sinfonieorchester Amberg

Begleitet vom Sinfonieorchester Amberg sang der Oratorienchor im ACC das
„Deutsche Requiem" von Brahms. (Bild: uax)
VON MARTIN TROSBACH
Amberg. „Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden!". Mit diesen Worten beginnt eines der herrlichsten oratorischen Werke der Romantik: Johannes Brahms „Deutsches Requiem ". Dieser erste Satz umschreibt auch schon dessen inneres Programm: Darstellung von Leiden und trostvolle Hoffnung auf ein besseres Leben. Der Oratorienchor Amberg, unterstützt vom Amberger Sinfonieorchester, unter der Leitung von Thomas Appel präsentierten dieses Werk im ACC und konnten sich an einem vollen Haus freuen.
Obwohl Brahms nicht dem traditionellen Text des Requiem folgte, sondern mit ausgewählten deutschen Bibelstellen seiner eigenen, protestantisch gefärbten religiösen Überzeugung Ausdruck verlieh, so passt dieses Werk dennoch eher in den Kirchenraum als in den Konzertsaal. Das ACC konnte zwar akustisch überzeugen, allerdings weniger atmosphärisch. Dafür bemühten sich die Mitwirkenden umso mehr, die Dichte und musikalische Tiefe dieser grandiosen Komposition einzufangen, was ihnen nicht durchwegs, aber doch an zentralen Stellen des Stückes gelang.
Appel meißelte insbesondere die dramatischen Stellen des Stückes klar und deutlich heraus, wurde dabei von
einem sehr präsent und solide aufspielenden Amberger Sinfonieorchester unterstützt, welches von geringfügigen Schwankungen abgesehen ein sehr erfreuliches Niveau zeigte. So ergab die erste freudige Stelle des Stückes „Denn die Erlösten des Herrn werden wieder kommen" einen mitreißenden Eindruck, der Chor trumpfte mit kraftvollem Zugriff auf und bildete hier, von Appel mächtig angetrieben, mit dem Orchester eine stimmige Einheit. Jubelnde Freude fegte hier die schmerzvolle Emphase des lange dahinströmenden Anfangs weg.
Innere Spannung
Damit hatte der Chor und der ansonsten solide leitende Appel allerdings seine Probleme. Der lyrische Grundton vieler Stellen dieses Requiems verlangt unwahrscheinliche innere
Spannung...
Der Chor zeigte, auch im Wechselgesang mit den Solisten, größtes Engagement und konnte
vor allem im sechsten Teil den Kontrast zwischen hochdramatischer und zart durchsichtiger Musik gut vermitteln...
Stimmungsvoller Ausklang
Das Konzert fand im letzten Satz, welcher die Seligkeit der Toten preist, einen würdigen und stimmungsvollen Ausklang, der dem Publikum Anlass zu dankbarem Applaus gab. Fazit: Es bleibt sehr erfreulich und dankenswert, wenn sich der
Oratorienchor unter der Leitung von Appel um die Aufführung großer romantischer und klassischer Werke bemüht
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Letztes Update: 2003-04-23