Amberger Zeitung - 19.07.2005

Wunderbare Stimmen für laue Sommernacht 
Oratorienchor in Dreifaltigkeitskirche überzeugt mit A-cappella-Konzert - 70-köpfiges 
Ensemble 

Brauchen sich nicht hinter instrumentalen Klängen verstecken: In der 
Dreifaltigkeitskirche brillierte der Oratorienchor unter der Leitung von Thomas Appel mit 
eindrucksvollen und gekonnten Motetten-Interpretationen.

Amberg. (aks) Wer als Chor das Wagnis eines A-cappella-Konzertes eingeht, kann sich nicht hinter einem instrumentalen Klangteppich verstecken. So etwas hatte der Amberger Oratorienchor trotz seines höchst anspruchsvollen Programms auch gar nicht nötig: In der Dreifaltigkeitskirche brillierte das gut 70-köpfige Ensemble unter der Leitung von Thomas Appel mit ebenso eindrucksvollen wie gekonnten Motetten-Interpretationen. Der große Stimmungsbogen geistlicher Musik offenbarte sich dem Publikum gleich zu Beginn des letzten der drei Sommerkonzerte des Chores: Johann Sebastian Bachs Motette "Jesu, meine Freude" brachte in elf variantenreichen Elementen die imponierende klangliche Bandbreite der Sänger zur Geltung. Ob durch Gesamtensemble oder kleinen Chor, einprägsame Titel wie "Trotz dem alten Drachen", "So aber Christus in euch ist" oder "Gute Nacht" und "Weicht, ihr Trauergeister" wandelten sich schnell von bloßem Text und Noten in atmosphärische Schwingungen.

Der Amateurchor beherrschte aber nicht nur Barockes: Auch die drei Motetten "Tu es Petrus", "Tantum ergo" und "Ubi caritas" des "moderneren" Komponisten Maurice Duruflé interpretierten die Sänger mit bemerkenswerter Präzision und viel Einfühlungsvermögen. "Gewaltig" wurde es zum Schluss, als sich die Stimmlagen Sopran, Alt, Tenor und Bass zu einem achtstimmigen Doppelchor aufteilten und so den Motetten "Tröste uns, Gott" und "Singet dem Herrn" von Johann Pachelbel sowie "Jauchzet dem Herrn" von Heinrich Schütz in der ausgezeichneten Akustik der Amberger Dreifaltigkeitskirche zu einzigartigem Glanz verhalfen.


Neben aller Vokalkunst begeisterten aber auch die beiden ins Programm eingestreuten Instrumentalstücke mit dem bestens harmonierenden Duo Thomas Appel an der Orgel und Franz Badura an der Trompete. Kraftvoll und erhaben im Klang und sensibel in der Interpretation ließen die Sonata in C-Dur von Giovanni Buonaventura Viviani und das Concerto in D-Dur von Giuseppe Torelli keinen Zuhörer unberührt. Das Publikum belohnte die Musiker für den Genuss, der in seiner nachklingenden Stimmung so wunderbar zu einem lauen Sommerabend passte, auf seine Weise: Der Applaus für Sänger, Chorleiter und Trompeten-Solisten hielt lange an. 


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Letztes Update: 2005-07-19