Amberger Nachrichten 15./16.11.1997

Ein beeindruckendes Mozart-Requiem

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AMBERG (an). Wieder einmal stellte Oratorienchor unter der Leitung von Thomas Appel auf beeindruckende Weise seine Leistungsfähigkeit unter Beweis und lieferte einen wertvollen Beitrag zur künstlerisch-musikalischen Vielfalt in Amberg.

Als Hauptwerk des Konzertes wurde das "Requiem" von Mozart präsentiert, welches sich einer großen Beliebtheit erfreut und auch hier wieder eine völlig ausverkaufte Veranstaltung garantierte. Diverse Fugen und nicht ohne weiteres aus dem Kontext erschließbare harmonische Besonderheiten stelle für jeden Chor eine große Herausforderung dar. So können die hervorragenden Leistungen aller Beteiligten gar nicht hoch genug gepriesen werden.

Der Oratorienchor bewältigte diese Aufgabe bravourös. Die Einsätze aller Stimmgruppen und vor allem die Absprache der Endsilben kamen sehr präzise und auch hinsichtlich des Gesamtklanges blieben kaum Wünsche offen. Homogenität der Stimmen wird bei Thomas Appel ganz groß geschrieben und es machte sich bemerkbar, daß die beständige Arbeit an der Stimmkultur seiner Sängerinnen und Sänger erfreuliche Fortschritte zeigt. Auch die dynamischen Abstufungen waren klar herausgearbeitet, wobei man sich auch nicht vor Extremen gescheut hat, so daß sich vom Gänsehaut erzeugenden Pianissimo bis zum mächtig aufbrausenden Fortissimo mitreißende Klangeffekte ergaben.

Als kongeniale Partner standen dem Oratorienchor wieder die Sinfonietta Amberg und das Bläserensemble Würzburg zur Seite. Die langjährige Zusammenarbeit hat diese beiden Klangkörper zu einer perfekten Einheit zusammmenschmelzen lassen. Amberg hat allen Grund, auf die Sinfonietta und ihren Leiter Leonhard Grünwald stolz zu sein.

Das Solistenensemble setzte sich auch dieses Jahr wieder aus einer Truppe hochkarätiger Sänger zusammen, allen voran die Sopranistin Jutta Maria Fries aus Hannover und die Altistin Gerhild Romberger aus Detmold, die beide mit jungen, kräftigen Stimmen aufwarten konnten. Hervorragend war Gerhild Romberger in den tiefen Lagen ihrer Partie, da ihre Stimme dort einen samtigen Schimmer bekommt, der zu verzaubern vermag! Auch der Tenor Axel Mendrik aus Bonn wurde den Anforderungen seiner Partie spielend gerecht. Der Bassist Carl-Heinz Müller aus Hannover ließ etwas Stimmvolumen vermissen, was vor allem dem Baßsolo im "Tuba mirum" ein wenig abträglich war; diesen Mangel machte er aber durch dramatischen Ausdruck und perfekten Einsatz seiner langjährig geschulten Technik wieder wett.

Vor dem "Requiem" brachte Thomas Appel noch das "Stabat Mater" für Sopran, Alt und Streicher von G. B. Pergolesi zu Gehör. Dieses doch eher selten zu hörende Werk präsentierte sich als ein wahrer Schatz an herrlichen Melodien und zu Herzen gehenden Klagegesängen, die von Jutta Maria Fries und Gerhild Romberger eindrucksvoll vorgetragen wurden. Gerade hier konnten auch die Streicher der Sinfonietta ihre Klasse nachdrücklich demonstrieren.

Das Publikum dankte mit lang anhaltendem Applaus.


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Letztes Update: 2000-08-15