Amberger Zeitung 14.7.1997

Würzburger Trompetenduo glänzte mit Vivald

Matthias Wallny und Andreas Moritz begeisterten 
bei Barock-Konzert zum 18. Speinshart-Tag

VON ANASTASIA POSCHARSKY-ZIEGLER

Speinshart. 300 begeisterte Hörer spendeten lebhaft Applaus und konnten sich auch gerechtfertigte "Bravo-Rufe" nicht verkneifen: Das um fangreiche Tagesprogramm des 18.Speinshart Tages vom Bezirk Oberpfalz und dem "Verein der Freunde und Förderer der Internationalen Begegnungsstätte Kloster Speinshart" schloß mit einer barocken Konzertstunde in der Klosterkirche. Unter Leitung von Thomas Appel gestaltete der "Amberger Oratorienchor", begleitet von der "Sinfonietta Amberg" mit Konzertmeister Leonhard Grünwald und den beiden Würzburger Trompetern Matthias Wallny und Andreas Moritz ein Musikprogramm mit Werken von Vivaldi, Aldrovandini, Händel, und Mozart.

Mit dem Schlager, dem "Concerto in C-Dur" Antonio Vivaldis stellten die "Sinfonietta Amberg" und die Würzburger Meister-Trompeter Matthias Wallny und Andreas Moritz eine kostbare Klangwelt vor. Das verspielte Rokoko-Stück des Venezianers Antonio Vivaldi ist das Nonplusultra für zwei Bläser-Solisten, die sich gefunden haben und neben allem Talent und aller Übung zusätzlich über ein Quantum an kongenialer Übereinstimmung verfügen.

Das auffallend junge, aus zwanzig engagierten Musikstudenten bestehende Streicherensemble der "Sinfonietta Amberg" stellte seine frische und saubere Intonation, sowie seine ausgeprägte Phrasierung beim "Concerto grosso" aus Georg Friedrich Händels Alexanderfest (entstanden 1736 in London) vor. Anmutig gefiel insbesondere der lebhafte und kunstvolle Dialog zwischen der 1. und 2.Violine (Konzertmeister Leonhard Grünwald und Beate Wowerat), in welchen sich wiederholt das Cello einmischte, bevor in warmem Klang des Tutti ein zauberhafter musikalischer Gedanke reich vollendet wurde.

Der Kapellmeister des Herzogs von Mantua, Giuseppe Aldrovandini (1673 bis 1708), gehört zu den zu Unrecht wenig beachteten Komponisten. Das bewies sein Concerto für zwei Trompeten und Streicher überzeugend, stand es doch der fröhlichen Festlichkeit Vivaldis in nichts nach, und ließ die beiden Solisten erneut brillieren.

Wörtlich mit Pauken und Trompeten gipfelte der Abend schließlich in Wolfgang Amadeus Mozarts "Krönungsmesse", die 1779 zur Osterfeier im Salzburger Dom geschaffen wurde. Die Festmesse vereinte die musikalischen Kräfte von achtzig Mitwirkenden, die von Dirigent Thomas Appel energisch und differenziert geleitet wurden. Die 60 Sänger des Amberger Oratorienchores, der im letzten Jahr mit dem Musikförderpreis der Oberpfalz geehrte wurde, intonierten das Kyrie und Gloria mit großem Einsatz und mächtiger Opulenz, und zeigten ihr Geschick für die zarten und andächtigen Klangfarben beim, Credo, das rondoartig beginnt, doch beim Passionsteil in langsam andächtiges Moll fällt, bevor das "Et resurrexit" die Osterfreude grandios beschwingt umsetzt.

Die Qualität der solistischen Partien war den Laiensängern hoch anzurechnen, doch hätte sich mancher Besucher angesichts der Bedeutung des Anlasses doch augesuchte Profis gewünscht. Unvergleichlich sinfonisch mündete das besinnliche "Agnus Dei" abschließend in ein hoffnungsvolles "Dona nobis pacem", das man jedoch nicht unbedingt italienisch hätte aussprechen müssen - sondern wie es in der Messe jahrhundertelang üblich war: lateinisch.


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Letztes Update: 2000-08-03