Amberger Zeitung - 14.07.2010

Gewaltiger Chorklang zum 40. Geburtstag
Sommerkonzert des Amberger Oratorienchores in der Auferstehungskirche
Eine Herkulesaufgabe bei extremen Temperaturen


Wer Geburtstag hat, dem widmen Gratulanten gern ein Ständchen. Der Amberger Oratorienchor drehte den Spieß um und sang anlässlich seines 40-jährigen Bestehens für seine Gäste in der Auferstehungskirche, wo das Publikum mit sehr langem Applaus dankte.  (Bild: Unger)

Der Amberger Oratorienchor (AO) feiert sein 40-jähriges Bestehen. "Das Ziel des AO ist seit seiner Gründung im April 1970 die Erarbeitung und konzertmäßige Wiedergabe hochwertiger Chorliteratur aus Vergangenheit und Gegenwart... Wesentlich ist das engagierte, gemeinsame Erarbeiten anspruchsvoller Chorliteratur durch mittlerweile ca. 100 Sängerinnen und Sänger." So ist es auf der Internetseite des Traditionschores nachzulesen.

Vielleicht nicht ganz so viele waren es, die am Sonntagabend in der Auferstehungskirche beim "Sommerkonzert mit geistlichen a-capella-Motetten der Brüder Joseph und Johann Michael Haydn sowie Wolfgang Amadeus Mozart aus seiner Salzburger Zeit" im Altarraum Aufstellung nahmen. Der Chorklang war auf jeden Fall gewaltig. Zwei Solostücke für Trompete und Orgel mit Franz Badura und Thomas Appel rundeten das Programm harmonisch ab.

Stimmen litten unter Hitze

Thomas Appel, der künstlerische Dreh- und Angelpunkt des AO, hatte sich viel vorgenommen. Sowohl das Dirigat des Chores als auch das Spiel auf der Orgel war bei diesen "karibischen Temperaturen" eine Herkulesarbeit. Souverän, wie er das künstlerisch managte, und mit Franz Badura zu bewundernswerter Größe fand. Der Chor hatte jedoch mit Startschwierigkeiten zu kämpfen. Es war schon hör- und spürbar, dass die Eleganz und Brillanz der Stimmen unter diesen Extremtemperaturen litten. Auch die Konzentration, die Modulation und Interpretation blieben anfänglich etwas auf der Strecke. Aber nach dem ersten Drittel fand dann doch statt, worauf das Publikum spekulierte und sich freute: wieder einen so authentischen und frischen Klang zu hören, wie man ihn seit Jahren vom AO gewohnt ist!.

Nach der Händel-Suite in D-Dur für Trompete & Orgel - wobei das Aire herrlich zart und der Schluss mit klangvollen Schnörkeln und beeindruckendem Pathos von Franz Badura geblasen wurde, während Thomas Appel eine eindrucksvolle Begleitung an der Orgel spielte - fanden die Sänger zu alter Stärke. Nach und nach liefen sie zu Höchstleistung auf. Immer mehr teilte sich die spirituelle Energie der Motetten mit: saubere ruhige Polyphonie, viel Glaubenskraft in komplizierter Stimmführung. Und das überaus gelungene Torelli-Intermezzo, wobei die Orgel sich glanzvoll präsentierte und die Trompete jubelnde Höhen erreichte, schien die Anfangsnervosität vollends schwinden zu lassen. Leichte Wackler in Intonation und Einsatz waren vergessen.

Die beiden Schlussmotetten wurden zum Glanzpunkt. Joseph Haydns "Aus dem Dankliede zu Gott" stellte sicherlich hohe Anforderungen an Stimmführung und Intonation. Hier gelang alles, wunderschöne klare Einsätze, satte Harmonien und präzise Interpretation. Und J. M. Haydns "Alleluja. Confietmini Domino" überzeugte mit viel innerer Ruhe und klangvoller Souveränität.

Bewundernswerte Leistung

Sowohl die musikalische Präsenz des Chores als auch interpretatorischer Ansatz und handwerkliche Ausführung der Werke überzeugten in der Gesamtschau. Bei solchen wetterbedingten Einflüssen, die sich weder vorhersagen noch ändern lassen, war diese Leistung mehr als bewundernswert. Und dass doch so viele Zuhörer gekommen waren und sich mit sehr langem Applaus für dieses Konzert bedankten, spricht eindeutig für den Amberger Oratorienchor.

 


www.amberger-oratorienchor.de   -   eMail: info@amberger-oratorienchor.de 
Web-Design:  mail@Josef-Bayer.de  |  www.Josef-Bayer.de
Letztes Update: 2010-07-17