Amberger Nachrichten 14.03.2001

Meisterhaft gesungene Johannes-Passion
Amberger Oratorienchor und Sinfonieorchester musizierten souverän und kraftvoll


Souverän und einfühlsam agierten Solisten und Chor. Foto: Rückert-Schön

AMBERG (aon). Zum Bachjahr brachte der Amberger Oratorienchor am Sonntag im Amberger Congress Centrum die „Johannes-Passion“. Sie ist ein bedeutendes Spätwerk des vor 250 Jahren verstorbenen Komponisten Johann Sebastian Bach. Es war eine überaus gelungene Premiere für Chor und Musiker.

Den Musikinteressierten, die zu der groß angelegten Darbietung gekommen waren, bot der Oratorienchor unter der Leitung von Thomas Appel den Genuss eines anspruchsvollen Konzerts. Im Dezember hatte der Chor das Weihnachtsoratorium gesungen, nun führte er mit der Passion die Reihe der gesungenen Rezitative und Choräle weiter.

Begleitet vom souveränen Amberger Sinfonieorchester mit der 1. Konzertmeisterin Katharina Utta sangen die Solisten Jutta Maria Fries (Sopran), Michaela Wehrum (Alt), Bernd-Michael Tack (Baß), Carl-Heinz Müller (Bass) und Karl-Heinz Brandt (Tenor) die Evangeliumstexte, Rezitative und Arien, der Chor stimmte immer wieder kraftvoll ein.

„Herr, unser Herrscher, dessen Ruhm in allen Landen herrlich ist“, ertönte es stimmgewaltig und klar aus rund 90 Kehlen. Die Solisten sangen vom Leiden Jesu. „Erwäge, wie sein blutgefärbter Rücken, in allen Stücken, dem Himmel gleiche geht“: Die Sänger nahmen die Zuhörer mit in die Trauer um die großen Qualen, die Jesus von Nazareth ertragen musste. So wie die Worte des Evangeliums, berührte der ausdrucksvolle Gesang. Die Vokalisten sangen mit unaufdringlichem Pathos das Martyrium Jesu, von der Gefangennahme bis hin zur Kreuzigung.

„Und die Kriegsknechte flochten eine Krone von Dornen und setzten sie auf sein Haupt und legten ihm ein Purpurkleid an und sprachen“ rezitierte der Solist und der Chor folgte gewaltig: „Sei gegrüßet, lieber Judenkönig“.

Meisterhaft trugen der Amberger Oratorienchor und das Amberger Sinfonieorchester und den Solisten das schwierige Werk von Johann Sebastian Bach vor und begeisterten damit wieder einmal ihr Publikum. Den lächelnden Gesichtern war zu entnehmen, dass sowohl Leiter Thomas Appel als auch die Solisten, Chor- und Orchestermitglieder mit ihrer Leistung zufrieden waren. Die Zuhörerschaft war mehr als das und zollte ihr mit langem Applaus Respekt und Anerkennung.


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Letztes Update: 2001-03-21