Amberger Nachrichten 5.12.2000

Seit 30 Jahren ein Garant für hochwertige Interpretationen
Amberger Oratorienchor feiert Jubiläum mit großem Bach-Konzert

Weihnachtsoratorium 2000

Zum Jubiläum bot der Oratorienchor ein großes Bachkonzert
(Foto: Rückert-Schön)

AMBERG (aon). Weit über die Stadtmauer hinaus ist der Amberger Oratorienchor bekannt. Dass die Skala des Beliebtheitsgrads ebenfalls sehr hoch ist, das bewies der große Besucherandrang am Sonntagnachmittag im Amberger Congress Centrum. Zum Gedenken an Bachs 250. Todestag und zum 30-jährigen Bestehen des Vereins spielten und sangen die Mitglieder für das Publikum das Weihnachtsoratorium.

Der Amberger Oratorienchor feierte Geburtstag und üblicherweise gebührt dem Jubilar Geschenke. Zwar hatte Oberbürgermeister Wolfgang Dandorfer ein Geldspende mitgebracht, aber das eigentliche Präsent gab das Geburtstagskind unter Leitung von Thomas Appel selbst: Eine wunderschönes Konzert, das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach.


Sechs Bach-Kantaten

Zum ersten mal war in Amberg der komplette Zyklus mit allen sechs Kantaten zu hören. Für sechs verschiedene Tage hatte Bach sein berühmtes Werk im Jahre 1734 geschrieben, in dem wörtliche Bibeltexte von der großen Freude über die Geburt Christi berichten. Chor, Instrumentalisten und die Einzelstimmen Barbara Fleckenstein (Sopran), Michaela Dobmeier (Alt), Karl-Heinz Brandt (Tenor) und Thomas Ogilvie (Bass) erzählten in einer großartigen musikalischen Darbietung von dem glühenden Verlangen der Menschen nach dem Erlöser und der großen Freude über die Geburt Christi.

„Jauchzet, frohlocket, auf preiset die Tage“, sangen und spielte das gesamte Ensemble so kraftvoll und doch wunderbar harmonisch und es schien, als ob Vokal- und Instrumentalisten ihre ganzes Können und die Erfahrung aus 30 Jahren in ihre Darbietung legten.

Gut vier Stunden begeisterte der Chor seine Zuhörer. Stolz und erfreut über den qualifizierten Chor in der Vilsstadt war auch Oberbürgermeister Wolfgang Dandorfer. In seiner Rede zum Jubiläum erinnerte er an die Zeit der Gründung, als im Jahre 1970 die Menschen Lieder der „Flower Power-Zeit“ sangen, sich gegen die herrschenden Klassen auflehnten und den Mond erreicht hatten.

Den Chorliedern alter Meister hatte sich der junge Verein bereits von der ersten Stunde an verpflichtet, bis heute sei er diesem Weg treu geblieben. „Der Amberger Oratorienchor ist Garant für hochwertige künstlerische Interpretationen bedeutender Werke“, lobte Dandorfer die hohe Qualifikation des mittlerweile weit über Amberg hinaus bekannten Chors und bedankte sich besonders bei Chorleiter Thomas Appel und dem Vorsitzenden Roland Strehl für die geleistete Arbeit. „Der Chor ist musikalischer Botschafter für unsere Stadt Amberg“, prämierte er dessen Leistung.

Für den Chor dankte Strehl den „Eltern“ der Vereinigung für die Gründung und den Mitgliedern für deren stetigen Einsatz. Rund 90 Sänger und Sängerinnen kämen Woche für Woche aus allen gesellschaftlichen Bereichen hoch motiviert zu den Proben, um gemeinsam mit Gleichgesinnten anspruchsvolle Chorliteratur zu erarbeiten. In seinem 30-jährigen Bestehen habe der Verein gut 70 Auftritte und Konzerte mit großem Erfolg gemeistert.

Die ungeteilte Anerkennung und damit den begeisterten Applaus ihres Publikums hatten sie sich auch am Sonntag durch ihr erlesenen und in hohem Maß brillant dargebotenen Weihnachtsoratorium gesichert.


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Letztes Update: 2000-12-05