Mittelbayerische Zeitung 04.01.2010

Glänzender Michael Rupprecht zum Jahresschluss
Silvesterkonzert des Amberger Sinfonieorchesters gehört seit vielen Jahren zum Jahresabschluss der Amberger Musikfreunde.

AMBERG. Von Christina Röttenbacher

Gehobene Klassik und „leichte Kavallerie“: Das Silvesterkonzert des Amberger Sinfonieorchesters gehört seit vielen Jahren zum Jahresabschluss der Amberger Musikfreunde. Während in der Stadt die ersten Böllerschüsse das Jahr verabschieden, fordert das Sinfonieorchester im Amberger Stadttheater die Zuhörer zu innerer Einkehr und fröhlich beschwingtem Empfang des neuen Jahres auf.


Das Amberger Sinfonieorchester nimmt den berechtigten Applaus entgegen. Foto: Röttenbacher

Das Orchester unter Leitung von Thomas Appel hatte ein anspruchsvolles Programm zusammengestellt, das beliebte Meisterwerke mit eher unbekannten Solokonzerten verknüpfte. Mit dem ersten Konzertteil wurde das Orchester denn auch der Klassik gerecht. Eindrucksvoll und ausdrucksstark die Ouvertüre zu Donna Diana des Komponisten E.N. Reznicek. Dann der erwartete Höhepunkt, das Konzert für Violoncello und Orchester von Georg Goltermann mit den drei Sätzen Allegro, Andantino und Allegro molto. Dank der ausgezeichneten Umsetzung durch den Solisten Michael Rupprecht wird das bislang noch wenig bekannte Werk, das in seiner Originalfassung mit Orchester vorgestellt wurde, den Zuhörern lange in Erinnerung bleiben.

Sehr sensibel hat Rupprecht die sich bietenden farbigen Melodienbögen des ersten Satzes, die elegische Schwermut des Andantino, herausgearbeitet, um in ein spritziges Allegro zu münden. Tosender Beifall belohnte den international namhaften Amberger Cellisten Michael Rupprecht.

Nach der Pause hatte die Operette „das Sagen“. Die Ouvertüre zu „Die leichte Kavallerie“ von Franz von Suppé, die Neujahrsmusik schlechthin, Jacques Offenbachs „Orpheus in der Unterwelt“ mit dem spritzigen Can Can und der wiegende Walzer „An der schönen blauen Donau“ von Johann Strauss jun. ergaben ein ausgewogenes Programm mit zupackenden Tempi, festlich jubilierenden Passagen und einer breit angelegten Steigerung der Stimmung. Den Erfolg verdankt der Abend dem diszipliniert und doch mit Begeisterung aufspielenden Orchester, einem überzeugenden, vorzüglichen Instrumentalsolisten und einem Publikum, das sich musikalisch mittragen ließ in ein neues Jahr.


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Letztes Update: 2010-02-21